Basset Hound
Der Basset Hound ist der Meister der Kunst, traurig zu wirken, ohne es zu sein. Mit diesen überlangen Ohren, diesen hängenden Augen und diesem Ausdruck ewiger Melancholie ist es unmöglich, ihn nicht umarmen zu wollen. Aber unter diesem Anschein eines resignierten Hundes verbirgt sich ein ruhiges, anhängliches, eigensinniges Tier mit einem ausgeprägten Geruchssinn, der, wenn er aktiviert wird, diesen langsamen Hund in einen unaufhaltsamen Spürhund verwandelt. Es ist eine Rasse, die ideal für Familien ist, die einen ruhigen und liebevollen Begleiter suchen, vorausgesetzt, sie sind bereit, seine Sturheit zu managen und seine Ernährung mit fester Hand zu kontrollieren.
Merkmale







Herkunft
Der Ursprung des Basset Hound liegt in Frankreich, wo es seit dem 16. Jahrhundert Jagdhunde mit kurzen Beinen und außergewöhnlichem Geruchssinn gab, die dazu verwendet wurden, kleinere Wildtiere in einem Tempo aufzuspüren, das ein Folgen zu Fuß erlaubte. Der Name stammt vom französischen «bas», das „niedrig“ bedeutet, in Bezug auf seine geringe Körpergröße. Die Rasse wurde gezielt so gezüchtet, dass sie kurze Beine und einen langen Körper hat, wodurch sie in dichtem Bewuchs arbeiten und die Fährte dicht am Boden halten konnte, wo die Gerüche intensiver sind.
Ende des 19. Jahrhunderts kam der Basset Hound nach Großbritannien, wo er mit englischen Laufhunden gekreuzt und zu dem heutigen Typ veredelt wurde, etwas schwerer und mit noch längeren Ohren. Er wurde vom britischen Kennel Club anerkannt und verbreitete sich bald in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern. Seine Beliebtheit als Haustier wuchs im 20. Jahrhundert, besonders als die Schuhmarke Hush Puppies sein Bild als Werbemaskottchen übernahm. Heute wird er weltweit für sein ruhiges Wesen und sein unverwechselbares Aussehen geschätzt.
Eigenschaften und Fähigkeiten
Der Basset Hound ist ein kurzbeiniger Hund mit langem, schwerem Körper und einer Konstitution, die ihn von jeder anderen Rasse unterscheidet. Seine Haut ist schlaff, mit ausgeprägten Falten, besonders im Gesicht und am Hals, und seine Ohren (außerordentlich lang und hängend) helfen dabei, Gerüche zur Schnauze zu bündeln, wenn er auf der Spur ist. Seine Augen sind groß, herabhängend und mit einem traurigen Ausdruck, doch sein Charakter ist keineswegs melancholisch.
Was den Charakter betrifft, ist der Basset Hound ruhig, freundlich, geduldig und sehr gute Gesellschaft. Er versteht sich gut mit Kindern, mit anderen Hunden und im Allgemeinen mit jedermann. Er ist kein aggressiver Hund, auch wenn er in neuen Situationen zurückhaltend sein kann. Sein größtes Unterscheidungsmerkmal ist seine Sturheit: Wenn ein Basset Hound sich etwas vorgenommen hat, braucht es viel Geduld und Kreativität, um ihn umzulenken.
Sein Geruchssinn ist seine große Superkraft: Er hat ungefähr 220 Millionen Geruchsrezeptoren, eine der höchsten Zahlen in der Hundewelt, was ihn zu einem der besten Spurensucher macht. Wenn er eine interessante Fährte aufnimmt, verschwindet alles andere aus seinem Kopf. Deshalb müssen Bereiche, in denen man ihn frei laufen lässt, gut eingezäunt sein, und an offenen Orten ist die Leine unverzichtbar.
Pflege
Die kritischste Pflege beim Basset Hound ist die Gewichtskontrolle. Diese Rasse hat eine natürliche Veranlagung zu Übergewicht, das in Kombination mit ihren kurzen Beinen und dem langen Rücken zu schweren Gelenk- und Rückenproblemen führen kann. Die Ernährung sollte sehr kaloriengenau sein, Leckerlis sollten auf ein Minimum beschränkt werden und Bewegung (wenn auch moderat) sollte regelmäßig erfolgen. Zwei tägliche Spaziergänge mittlerer Dauer sind für ihren körperlichen Bedarf ausreichend.
Die langen Ohren beim Basset Hound sammeln leicht Feuchtigkeit und Schmutz, wodurch sie äußerst anfällig für Ohrentzündungen sind. Es ist entscheidend, sie mindestens einmal pro Woche und immer nach Kontakt mit Wasser zu reinigen, um Infektionen vorzubeugen. Man sollte auch auf Hautfalten und die Pfoten achten, besonders zwischen den Zehen. Die Fütterung sollte auf zwei Mahlzeiten verteilt werden, um das Risiko einer Magendrehung zu verringern.
Häufigste Krankheiten
Die häufigste und relevanteste Erkrankung beim Basset Hound ist Fettleibigkeit, die bei dieser Rasse nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern eine direkte Bedrohung für die Gelenk- und Wirbelsäulengesundheit darstellt. Ein übergewichtiger Basset Hound erhöht das Risiko für Ellenbogendysplasie, Bandscheibenprobleme und Atembeschwerden deutlich. Strikte Kontrolle der Ernährung und regelmäßige Bewegung sind die beste Vorsorgemaßnahme. Chronische Ohrenentzündungen sind ebenfalls sehr verbreitet und ergeben sich aus der Form seiner Ohren.
Auch Gelenkprobleme können auftreten, insbesondere Ellenbogendysplasie und mit zunehmendem Alter generalisierte Arthrose. Die Magendrehung ist ein weiteres Risiko bei tiefbrüstigen Rassen; die Mahlzeiten aufzuteilen und intensive Bewegung direkt nach dem Fressen zu vermeiden, senkt die Wahrscheinlichkeit deutlich. Mit konsequenter Gewichtskontrolle, regelmäßiger Ohrenhygiene, hochwertiger Ernährung und regelmäßiger tierärztlicher Betreuung kann der Basset Hound ein ruhiges und sehr komfortables Leben genießen.